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Schön warm im Winter – Welcher Ofen für die Jurte?

17. Dezember 2020
Beitrag "Ofen in der Jurte"

Als ich meine 50 m2 Jurte plante kam natürlich die Frage auf, welcher Ofen ist der Richtige? Von meinem Jurtenbauer wurde mir ein Ofen mit 8 KW empfohlen. Da ich überhaupt keine Ahnung von Öfen hatte, mußte ich erst einmal eine Weile recherchieren.

Schnell wurde klar, daß ich einen gußeisernen Ofen für die Jurte wollte – möglichst mit einer Kochplatte und „Feuersicht“. Gußeisen deswegen, weil die Wärme besser geregelt werden kann. Er durfte nicht zu hoch sein, weil das Ofenrohr nur bis zu einer Höhe von 1,30 m durch die Wand geführt werden kann (Seitenwandhöhe von 1,80 m). Außerdem wünschte ich mir einen Ofen, der vom Stil auch zu Jurte paßt. Dazu kam auch ein begrenztes Budget, das beachtet werden wollte.

Mein Jurtenofen – Charon II / Globe Fire

Letztendlich wurde ich mit dem Gußofen Charon II von der Firma Globfire fündig. Er hat zwar nur 7 KW, was mir ein bißchen Bauchschmerzen bereitete,  aber war ansonsten perfekt. Letztendlich stellte sich jedoch folgendes heraus: Wenn man in relativer Nähe seines Ofens sitzen möchte, wäre ein 8 KW Ofen auch zu heiß gewesen. (Außerdem kam ich dann auch noch auf die „Sicherheitsidee“ im Schlafzimmer und im Bad jeweils eine  zusätzliche Infrarotheizung an die Wand anzubringen. Sie sind weiß, 60 x 60 cm groß und 1,5 cm flach.) 

Mein Ofen für die Jurte : Charon II von Globe Fire

Mit seinen Maßen von 75 (H) x 38 (B) x 67 (T) cm nimmt der Charon nicht zuviel Raum ein. Er hat eine Kochplatte, zu zwei Seiten eine Sichtscheibe (das finde ich absolut toll!!!) und kann mit Scheiten bis zu 33 cm gefüttert werden. 

Der Ofen steht auf einer Glasplatte mit den Maßen 120 x 130, vorne halbrund. Dahinter liegt noch eine 120 x 15 cm große Kupferplatte an der 120iger Seite der Glasplatte (also hinter dem Ofen). Dadurch entsteht eine Fläche, auf der der Ofen so plaziert werden kann, daß zu allen Seiten die gesetzlichen Abmaße zur Aufstellung erfüllt sind.

Ofenrohr und Durchführung der Jurtenwand

Die Durchführung durch die Jurtenwand sowie das äußere Ofenrohr wurde vom Jurtenhersteller mitgeliefert, bzw. durch die Wand geführt. Die Leute von YOUR TENT haben den Ofen auch für mich aufgestellt. Alle Din-Normen werden erfüllt, die Durchführung ist absolut sicher. Inzwischen war auch unser Schornsteinfeger hier und hat alles abgenommen. Man kann sagen, daß dies eine Premiere für ihn war – das erste Mal ein Zelt mit Ofen!!!

Durchführung des Ofenrohres

Erfahrung mit der Nutzung

Ich nutze den Jurtenofen jetzt seit Oktober im Dauerbetrieb und er begeistert mich. Da ich vorher nie einen Ofen hatte, mußte ich mich erst einmal „eingrooven“. Ich heize mit gutem Holz (kaufe bloß kein billiges Holz! Da hast Du keine Freude am Ofen) und mit Rindenbriketts als Gluthalter.  Die kältesten Nächte, die ich bisher erlebt habe, lagen bei minus 14 Grad. Wenn ich bei solchen Temperaturen abends ein gutes, dickes Glutbett schaffe, 4 Rindenbriketts auflege und zusätzlich ab ca. 4.30 h morgens (immer mein Toilettengang) noch die beiden kleinen Infrarotheizungen dazuschalte, habe ich selbst dann noch morgens 15 Grad in der Jurte. Dazu muß ich sagen, daß ich auch mal gerne 10 Stunden im Bett verbringe 🙂 Wenn Du eher aufstehst, hast Du es auch noch wärmer.

Welches Holz zum Heizen & Zubehör

  • Ofenanzünder in Form von Holzwolle mit Wachs (sehr komfortabel – wenn man morgens bei 15 Grad den Ofen anmachen will, hat man keinen Ehrgeiz mehr das alles mit Papier und Spänen zu machen 🙂
  • Anzündeholz (kann man sich auch anliefern lassen)
  • Scheitholz (das gibt es als Schüttraummeter, dann kommt es im Sack / oder auf der Palette – am besten vom örtlichen Anbieter)
  • Rindenbriketts (wenn Du gleich 1000 kg kaufst kannst Du enorm sparen, dann kostet das Brikett ca. 28 Cent, bei 480 kg steigt der Preis schon auf 50 Cent.)

Was ich selber machen: Ich spalte mir das Scheitholz z.T. noch einmal auf eine mittlere Größe, ist leichter zum Anmachen des Feuers. Außerdem habe ich festgestellt, daß Holzhacken Spaß macht !

Fazit

Ein 7 KW Ofen auf 50 m2 Jurte reicht gut aus. Weniger dürfte es allerdings auch nicht sein.  (Wie gesagt : ab ca. 14 Grad minus in der Nacht schalte ich bei meinem nächtlichen Toilettengang die beiden kleinen Infrarotheizungen dazu, die ich dann morgens wieder ausmache).

Mein Charon funktioniert blendend. Die einzigen Nachteile des Ofens, wenn man es dann so sehen möchte, liegen hier: Gußeisen wird SEHR heiß. Also mit kleinen Kindern und Tieren aufpassen! Am großen Fenster (Seite) fällt gerne einmal innerhalb des Ofens Asche hinter den Rost. Wenn da zuviel drin ist, hat der Ofen Mühe mit dem morgendlichen Angehen. Im Winter, wenn es kalt ist und über Tag viel Holz im Ofen verbrannt wird, muß man alle paar Tage dieses Fenster öffnen und die Asche herausholen.

Ein Ofen macht Arbeit. Einmal am Tag (immer morgens) muß er einmal ausgeräumt werden. Außerdem muß man bereit sein, jeden Tag Holz zu schleppen, auch einmal Holz zu hacken. Feuer ist gewissermaßen wie ein Tier : Man muß danach schauen, es pflegen und einplanen, was es braucht, während man weg ist. Durch die Rindenbriketts sind längere Abwesenheiten auch im Winter absolut machbar.

Morgens bzw. auch Abends muß man eine gute Stunde einplanen, um ein Glutbett zu schaffen, welches die Briketts aufnimmt und die Hütte für Stunden warm bleiben läßt. Wenn man sagt: „Ich muß jetzt nach dem Feuer schauen“ kann die Freundin am Telefon nicht noch eine halbe Stunde weiterreden…

Ich wünsche Dir viel Freude, falls Du auch einen Ofen anschaffen möchtest. Das vor dem Feuer sitzen ist das Größte – ich genieße noch nach einem Jahr jede Minute!

Blessings und bis bald 🙂 Annea

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